Historie des SV Marienloh
1920 – 1931
Es war der spätere Marienloher Bauunternehmer Conrad Mollet, der den Fußballsport 1920 nach Marienloh brachte. Mollet hatte während der englischen Gefangenschaft im 1. Weltkrieg den Kontakt zu dem runden Leder. Fasziniert von diesem Sport, kehrte er in seine Heimat zurück und begeisterte die Marienloher Jugend für den Fußballsport. Freundschaftsspiele mit den Nachbargemeinden machten den Sport in der Bevölkerung immer beliebter. Die Fußballpremiere begann in Stukenbrock und wurde von der Blaskapelle begleitet. Später gelangte man per pedes, per Fahrrad oder per Kutschwagen zu den Spielen in den umliegenden Gemeinden. Wo in dieser Zeit trainiert bzw. die Heimspiele ausgetragen wurden, ist nicht dokumentiert.
1931 – 1933
Mannschaft von 1931 nach der
Gründung des Sport- und Spielvereins
Was in punkto Fußball Spaß und
Vergnügen machte,
sollte 1931 offiziell einen Namen bekommen. Im Mai 1931 wurde ein
Spiel- und Sportverein gegründet, der sich der Deutschen
Jugendkraft (DJK) anschloss. Zur Vereinsgründung konnte Lehrer
Heinrich Nolte, erster Geschäftsführer des
Marienloher
DJK-Sport- und Spielvereins, 1931 einladen. Die
Heeresstandortverwaltung Sennelager überließ dem
neuen
Verein einen Sportplatz gegen eine Anerkennungsgebühr von 5,00
Reichsmark.
Auf dem Sportplatz - westlich der heutigen B1 und 200 m vom Pumpwerk an
der Lippe entfernt - wurde fortan unter der Leitung von Johannes Deppe
fleißig trainiert und gespielt. Mit der
Machtübernahme der
Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die DJK-Vereine im Zuge der
Gleichschaltung erst observiert und dann ganz verboten. Mit Beginn des
Zweiten Weltkriegs kam der Fußballsport dann ganz zum
Erliegen.
1946 – 1951
Bereits ein Jahr nach Kriegsende wurde der SV Schwarz – Weiß Marienloh neu gegründet. Johannes Bracke wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ein neuer Sportplatz in der Senne wurde das neue sportliche Zuhause. Vereinslokal zu dieser Zeit: Der Bürgerkrug Müller
Sportplatz
in der Senne zwischen 1946 und 1951
1946 wurde die damals am offiziellen Spielbetrieb teilnehmende Seniorenmannschaft in die 1. Kreisklasse eingeteilt. Ein großer Teil der Spieler kam aus dem Nachbarort Bad Lippspringe. Am Ende der Saison musste man in die 2. Kreisklasse absteigen.
Dem Aufwärtstrend tat das jedoch keinen Abbruch. Kurz darauf wurden eine A-Jugend und 1949 eine 2. Senioren- und Schülermannschaft angemeldet.
A-Jugend von 1953: Nickisch, Grosse,
Hartmann,
Haske,
K. Schröder, Mertens, Füller, Menke,
Müller, W.
Schröder, Gödde
Senioren von 1949
1951 – 1961
Da die Bedingungen, unter denen in der Senne gespielt werden
musste,
sehr schlecht waren, musste ein neuer Sportplatz her. Er sollte
zentraler liegen. Schnell konnte ein Standort gefunden werden. Ab dem
1.4.1950 wurde ein 3,5 Morgen großes Gelände
angepachtet. Pfingsten war es dann soweit:
Am 13. Mai 1951 wehten die Fahnen am neuen Sportplatz. In einem
feierlichen Festmarsch ging es vom Vereinslokal Müller durch
den
Ort zum Sportplatz auf der Klusheide.

Umzug zur Einweihung des neues
Sportplatzes auf der Klusheide 1951
Das erste Spiel durften die AH- Mannschaften von Marienloh und Dahl austragen. Das Spiel endete 2:5. Am zweiten Feiertag wurde ein Pokalturnier ausgetragen, aus dem der SV Heide als Sieger hervorging.
Jugendmannschaft von 1958
10 Jahre war der Platz die Heimat des SV Marienloh. Viel ereignete sich
in diesen Jahren. So musste der Verein 1957 für ein Jahr
vorübergehend abgemeldet werden. Aber schon nach
einjähriger
Pause konnte der SVM wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Dies war vor
allem ein Verdienst der örtlichen Sportjugend, die nachhaltig
einen Verein forderte, und mit dem neuen Vorstand unter
Führung
von Adolf Mertens auch gründete. 1960 fand das
40jährige
Vereinsjubiläum statt.

1. Mannschaft 1959
1961 – 2002
Der strahlende Herbstsonnenschein des 24.9.1961 spiegelte die Freude der Einwohner in der Landgemeinde Marienloh wieder. Der neue Sportplatz konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Dieser Aschenplatz mit Umkleidekabinen und Duschen sollte für 4 Jahrzehnte die neue Heimat des SV Marienloh werden. Nachdem der 1. Vorsitzende Adolf Mertens den Platz offiziell übergeben hatte, konnte das runde Leder rollen. Erster Pokalsieger wurde die DJK aus Mastbruch.
Gruppensieger Kreisliga B 1967/68
1970 wurde die Turnhalle gebaut. So konnte man bei Bedarf auf
weitere Umkleidekabinen und Duschen zurückgreifen.

1976
Schülermannschaft unter
Trainer H. Meier 1977
1978 wurde der Platz mit einer Flutlichtanlage versehen. 1983 wurde das Sportheim um einen Jugend- und Mehrzweckraum erweitert. In dem neuen Raum konnte man Versammlungen oder kleinere Feiern abhalten, man nannte ihn auch „Fischerstübchen“.
Highlights
50 jähriges Vereinsjubiläum: Das
Jubiläum wurde im
Rahmen eines Sportfestes begangen. Höhepunkt war das
Damenfußballspiel zwischen Bentfeld und Alfen. So viele
Zuschauer
wie an diesem Tag hat der Platz nie wieder gesehen.
Wir erinnern uns gerne an unsere Fußballfreunde aus
Essen-Leithe
und aus Wattenscheid. Sie haben uns jahrelang die Treue gehalten und
waren immer fester Bestandteil unserer Turniere.
Die Sportlerbälle fanden zunächst in Zelten statt,
später in der Schützenhalle und auf dem Sportplatz
selbst
Von den vielen schönen Sportlerbällen hier zwei
stellvertretend für alle:
Die Kapelle, die für den musikalischen Rahmen sorgte, war bis
1
Uhr verpflichtet worden. Da die Stimmung aber so gut war und alle
Anwesenden weiter feiern wollten, wurde Geld gesammelt und die Kapelle
erklärte sich bereit, bis in den frühen Morgen zu
spielen.
Der Sommerhit dieses Jahres war übrigens „Oh
Lapaloma
blanka“.
Ein anderes Sportfest lief unter dem Namen „Brasilianische Nacht“. In einer lauen Sommernacht wurde bei heißen Rhythmen und einer echten brasilianischen Damentanzgruppe bis spät in die Nacht gefeiert.
Fußballspiele:
Das Meisterschaftsspiel gegen den SV Wewer war ein echter Knüller. Wewer lag zurück und wäre mit dem Ergebnis in die Kreisliga B abgestiegen. Einer der Weweraner Spieler hatte bemerkt, dass ein Querbalken morsch war. Er hängte sich bei einem Gegenstoß auf unser Tor an den Balken und ruckte so lange, bis dieser durchbrach, in der Hoffnung, der Schiedsrichter würde das Spiel abbrechen. Er hatte nicht mit den Marienlohern gerechnet. Nach kurzer Rücksprache wurden die notwendigen Utensilien für die Reparatur geholt und das Tor notdürftig ausgebessert. Nach 15 Minuten ging das Spiel weiter, Wewer musste absteigen.
Unvergessen auch die Spiele um den DFB Vereinspokal 1984:
2:0 gegen Hövelriege
1:0 gegen den FC Paderborn
3:1 gegen Schwaney
Das Unmögliche wurde in der Runde 4 wahr. Gegner war der 2
Klassen höher spielende FC Stukenbrock.
2:0 gegen FC Stukenbrock
Erstmals in der Vereinsgeschichte hatte man die 1. Runde auf
Landesebene erreicht. Gegner war der TUS Dielingen am
Dümmersee.
Am Ende musste sich Marienloh 5:1 geschlagen geben.
1977 und 1986: Aufstieg in die Bezirksklasse.
Aufstieg der 1. Mannschaft in die
Bezirksklasse 1977
Leider konnte man sich beide Male nicht lange in der Klasse etablieren und musste wieder zurück in die Kreisklasse.
Provisorium seit 1990
Im Laufe der Jahre wurde der Ruf nach einem Rasenplatz immer lauter. Bei allen Gegnern war die rote Asche gefürchtet und insbesondere die Bezirksligisten, die ausnahmsweise Rasenplätze hatten, hatten großen Respekt vor diesem Platz. Anträge wurden gestellt, aber andere Vereine standen in der Rangfolge vor uns. So entschied man sich, einen provisorischen Rasenplatz anzulegen. 1990 wurde er fertiggestellt und lag gegenüber dem heutigen Sportzentrum. Fehlende Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen waren ein Manko. Außerdem zeichnete sich dieser Platz durch die vielen Maulwurfshügel und Kaninchenlöcher aus. Meisterschaftsspiele der 1. Mannschaft wurden dort immer seltener ausgetragen. Heute steht er als Bolzplatz zur Verfügung.
Sportzentrum „Breite Bruch“
Das letzte Spiel auf dem Sportplatz an der Schule fand am
1.6.2002
zwischen den AH SV Marienloh und AH BV Bad Lippspringe statt. Mit dem
Halbzeitpfiff war der Umzug angesagt. In einem großen
Festmarsch
ging es zum neuen Sportzentrum, um hier auf dem neuen Kunstrasenplatz
die 2. Halbzeit anzupfeifen.
Und so fing alles an:
Am 30.01.1977 stellte der damalige Hauptvorstand unter Regie von Konrad
Schröder auf Grund ständig wachsender
Mitgliederzahlen und
aktiver Fußballmannschaften den Antrag auf Erstellung eines
Rasenplatzes. 1978 hatte man gegenüber dem Schloss am Senneweg
einen geeigneten Standort gefunden. Dieser Plan wurde aber seitens der
Stadt Paderborn aufgegeben.
Es vergingen Jahre. Mit Fertigstellung der Umkleidekabinen an der
Schützenhalle bot es sich an, das Gelände
gegenüber der
Schützenhalle jenseits des Bahndamms als Rasenplatz zu nutzen.
Einwände von Anwohnern, Landschaftsschützern und der
unteren
Landschaftsbehörde ließen auch diese Vorhaben
scheitern.
Aber der SVM ließ nicht locker, insbesondere mit Dr. Heinrich
Tegethoff wurde man immer wieder bei der Stadt vorstellig.
Schließlich wurde man an der Neuenbekener Straße
fündig. Durch einen Gebietsänderungsvertrag (1999)
konnte ein
30.000 Quadratmeter großes Areal erworben werden.
Im ersten Bauabschnitt sollte ein modernes und zukunftsorientiertes
Sportheim errichtet werden. Im zweiten Abschnitt sollten ein
Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage und Kleinspielfeld und im dritten
Abschnitt der Rasenplatz errichtet werden. Die Gesamtkosten wurden auf
3,7 Millionen DM veranschlagt.
Am 28.02.2000 konnte der erste Spatenstich vorgenommen werden. An dem
ersten Bauabschnitt arbeiteten etwa 100 Marienloher
uneigennützig
mit.
Am 30.06.2000 wurde Richtfest gefeiert.
Am 01.06.2002 konnten die Fußballer ihr neues
Kunstrasenspielfeld
in Besitz nehmen. Hier wurden erstmals in Paderborn mit der
Gummigranulatverfüllung neueste Erkenntnisse aus dem
Sportstättenbau berücksichtigt.
Am 25.95.2006 konnten der Rasenplatz, die Umlaufbahn, ein Beachvolleyballfeld und die Grünanlagen eingeweiht werden. Das erste Spiel bestritt die 1. Mannschaft des SVM gegen eine Auswahlmannschaft der Bezirksklasse.
